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REVIEW METALMESSAGE - JUNE 2005
Vote 7/10
Eine überraschend gelungene Eigenproduktion
stellt dieses Minialbum dar, welches aus dem südlichen Teil Italiens
stammt. Schwarzstahl aus diesem Teil der Erde fängt sich bekannter
Maßen aufgrund oftmals stark defizitärer Kreativität und
Eigenständigkeit nicht selten massive journalistische Schelte ein.
Umso erfreulicher ist es hier nun zu registrieren, dass das Soloprojekt
von Sir Adranor di Heruka namens HERUKA mit Leggenda lupenrein
eigenständigen, überwiegend fesselnden und herrlich symphonischen
Fantasy Melodic Black Metal vorlegt. Die knapp 25 Minuten Spieldauer gehen
aufgrund der enthaltenen kompositorischen Abwechslung und hohen gebotenen
Spannung fast wie im Flug vorbei vorwiegend furios und rasend schnell,
mit auffallend energisch riffender Gitarrenarbeit und erhebend opulenten
Atmosphären versetzt, stört mich der versiert programmierte
Drum-Computer hier aufgrund der großartigen epischen Orchestral-Arrangements
eigentlich überhaupt nicht. Diverse Folk-Anleihen samt stimmiger
Samples wie etwa Meeresrauschen wurden für Leggenda ebenfalls
verarbeitet erinnert hin und wieder an einen bombastischen Filmsoundtrack
für einen heldenhaften Fantasy-Streifen. Die ersten beiden Dimmu
Borgir-Alben übten sicherlich einen prägenden Einfluss auf HERUKA
aus, auch Summoning waren wohl nicht spurlos an dem Urheber vorübergegangen.
Gesanglich gibt es hier ein in italienischer Sprache vorgetragenes Kehlenspektakel
vom allerderbsten die keifend ketzerischen Vokallinien, äußerst
befremdlich verzerrt, schäumen nämlich geradezu über vor
laut speiender Inbrunst. Vereinzelt dazwischen geschobene Sprechpassagen
passen da bestens ins Konzept. Ein berauschender Kontrast zu den betörend
märchenhaften Melodien. Wer im Melodic Black Metal tiefe Sehnsucht
nach neuen Underground-Offenbarungen hat und wem es dabei primär
auf obskure Atmosphären und eine mystische Aura ankommt, und wer
vor allem kein Sound-Pedant ist, der sollte hier unbedingt mal reinhören.
Ich falle über dieses geile Ding nun gleich nochmals her, zum vorläufig
vierten Mal..
Markus Eck
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